Inhalt:

Ein Herzogtum schreibt Geschichte

 

Bild: Portrait Herzog Ernsts I. von Georg Dawe, 1819

Portrait Herzog Ernsts I., 1819

Durch geschickte Heiratspolitik gelang dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha im Lauf des 19. Jahrhunderts ein erstaunlicher dynastischer Aufstieg. Coburger Prinzen und Prinzessinnen waren schließlich mit fast allen bedeutenden Herrscherhäusern Europas verwandt und saßen beispielsweise auf den Thronen von Belgien, Bulgarien, Griechenland, Großbritannien, Hessen, Mexiko, Norwegen, Portugal, Preußen, Rumänien, Russland, Schweden und Spanien.

Dass Coburg einmal eine größere Rolle in der europäischen Geschichte spielen würde, war zunächst nicht absehbar. Die Coburger Herzöge entstammten zwar einem der ältesten deutschen Adelsgeschlechter, dem Haus Wettin; dessen Gesamtbesitz war aber durch ständige Erbteilungen insbesondere in der ernestinischen Linie in viele kleine Herrschaften aufgeteilt.

Erst dem Coburger Herzog Ernst I. (1784-1844) gelang es 1826 seine Herrschaft zu festigen. Seither regierten er und seine Nachfolger die beiden Länder Sachsen-Coburg und Gotha bis 1918 in Personalunion.

 

Bild: Portrait König Leopolds I. von Belgien, Franz Xaver Winterhalter, um 1840

Portrait König Leopolds I. von Belgien, um 1840

Prinz Leopold (1790-1865), ein jüngerer Bruder von Herzog Ernst I., heiratete 1816 Prinzessin Charlotte, die Thronfolgerin von Großbritannien, die allerdings nur ein Jahr später im Kindbett starb. Mit Unterstützung Großbritanniens gelangte Leopold 1831 auf den Thron des neu begründeten Königreichs Belgien. Bereits 1818 hatte Victoire (1786-1861), eine Schwester von Herzog Ernst I. und Leopold, Herzog Edward von Kent geheiratet. Einziges Kind dieser zweiten coburgisch-britischen Ehe war Victoria (1819-1901), die spätere Königin von Großbritannien und Irland sowie Kaiserin von Indien.

1840 heiratete Queen Victoria ihren Coburger Cousin Albert (1819-1861), den zweitältesten Sohn Herzog Ernsts I. Die Traumhochzeit fand in London statt. Damit wurde das Haus Sachsen-Coburg und Gotha in Großbritannien begründet, das sich erst während des Ersten Weltkriegs 1917 in „Windsor“ umbenennen sollte. Aus der Ehe des Prinzen Albert mit Queen Victoria gingen vier Söhne und fünf Töchter hervor, die wie ihre wiederum 39 Kinder in eine Vielzahl europäischer Herrscherhäuser einheirateten. Insofern galten Albert und Victoria auch als die „Großeltern Europas“.

 

Bild: Collage "Albert & Victoria"

Portrait Prinzgemahl Albert · Miniatur "Der 1. Mai 1851" · Portrait Queen Victoria mit Thronfolger Edward

 

Queen Victoria reiste mehrfach in die Heimat ihres geliebten Prinzgemahls Albert. Die kleine Residenzstadt Coburg beherbergte dann bei festlichen Anlässen die Verwandtschaft und damit die gekrönten Häupter Europas. Die Veste und das Residenzschloss Ehrenburg in Coburg sowie der romantisch in einem englischen Landschaftsgarten gelegene Sommersitz Schloss Rosenau, Geburtsort des Prinzen Albert, standen bei diesen Treffen auf dem Besuchsprogramm der von weither angereisten Gäste.

 

Bild: Queen Victoria mit ihren Kindern und ihrem Enkel Wilhelm II., Foto

Queen Victoria mit ihren Kindern (von links) Arthur, Alfred, Edward und Victoria und ihrem Enkel Wilhelm II. (Zweiter von rechts) im Garten vor dem Palais Edinburgh (heute IHK Coburg) im April 1894 anlässlich der Hochzeit ihrer Enkelin Victoria Melita von Sachsen-Coburg und Gotha und ihres Enkels Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen; historisches Foto, © Staatsarchiv Coburg


Stammtafeln zum Download:   Stammtafel I     Stammtafel II

| nach oben |